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#RememberCologne

  • 21. März
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Mai


Manchmal muss es erst ganz laut werden, um die eigene Stille wiederzufinden.

Köln. Messe. The final countdown und letzter Feinschliff. Seit zwei Wochen steht mein Kurzvortrag.

Ich habe bereits vor hunderten Menschen Vorträge gehalten und mir nicht so sehr in die Hosen gemacht wie heute. Ich habe den Text wieder geübt, doch das Gefühl bleibt: Ich bin nicht gut genug vorbereitet.


Im Business-Kontext gibt es zwei Jennies: Diejenige, die ihr eigenes Ding macht als Coach, als Beraterin, als Mentorin. Als Mensch, der andere motiviert und in ihrem eigenen Flow andere mitnimmt.

Und dann gibt es noch diejenige, die ihr Wissen um die körperliche Gesundheit unter dem Logo eines Konzerns teilt. Wenn ich es hier versemmle, dann betrifft es auch andere. Mein Team. Menschen, die an mich glauben und mir ihr Vertrauen schenken.


Der Spiegel-Effekt: Wenn das Außen zum Ich wird.

Und genau hier liegt der Hund begraben. Als Projektorin (#HumanDesign) nehme ich Energien um mich herum ungefiltert wahr. Die klitzekleine Schwierigkeit an der Sache? Ich laufe ständig Gefahr, darauf zu reagieren. Ich spiegle. Man gibt mir einen Auftrag – ich will prompt und perfekt liefern. Ein Kollege agiert im Eiltempo – ich muss schneller laufen. Eine Kollegin optimiert – ich versuche, sie an Effektivität zu übertreffen. Ich versuche, immer ein bisschen besser, schneller, krasser zu sein als andere, Herrin der Lage und zu jeder Zeit den Überblick zu haben. Gleichzeitig sorgt mein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis dafür, dass ich das Wohlergehen der Menschen im Blick habe.


Nach den letzten paar Wochen, in denen ich nicht nur diesen Job perfekt erledigen wollte, sondern auch den Anspruch hatte, als die beste Mama, Freundin und Hausfrau von allen zu performen und für meine aktuelle Klientin die besten Ideen zu liefern, mit denen sie ihre gesundheitlichen Probleme endlich in den Griff bekommt, einen herausragenden Workshop für einen externen Auftraggeber auszuarbeiten,… fand ich mich nun hier: Nah am Wasser. Wackelig. Voll von Angst und Selbstzweifeln und dem Gefühl: „Jetzt werden alle sehen, dass ich eigentlich gar nichts kann.“


Crack!

Und es kam, wie ich es mir selbst zurechtgebastelt hatte: Frisch aus dem Kundengespräch am Messestand stand ich da, verkabelt, gefühlt in die Speaker’s Corner gekotzt und musste mich erst einmal zurechtfinden. Wo bin ich hier überhaupt und was war jetzt das Thema? Und Hatte ich das jetzt nicht eben schon im Gespräch gesagt? Oder im ersten Vortrag? Oder wiederhole ich mich womöglich gerade?


Davonlaufen hätte aber auch blöd ausgesehen, also brachte ich es hinter mich.


Sind wir ehrlich – nicht der Vortrag hatte mich hier hin gebracht. Es liegt nie nur einer Sache. Dieser Vortrag war nur die bekannte Spitze des Eisbergs. Der Höhepunkt aller Vorträge, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit für diese Firma in den letzten zwei Jahren gehalten habe. Der höchste Punkt meines Levels an Stress, den ich mir damit mache – jedes einzelne Mal. Kein erfolgreiches Wirken in meinem eigenen Business und kein gutes Feedback konnte mich davon abhalten, auf dieses highest level zuzusteuern und nun aufzubrechen.


Flight, fight or freeze.

Totstellen ist nicht meine Art, gekämpft habe ich ja auch schon zur Genüge - vor allem gegen mich, also schien mir der logische Ausweg: Flüchten. Mit dem festen Plan, alles hinzuwerfen, verließ ich Köln.

An diesem Abend im Hotelzimmer gab es mich quasi nicht mehr. Die Verbindung vollkommen gekappt, wie unter einer Nebelglocke.


Und dann kam die große Müdigkeit.



Vom Nebel zur unbändigen Klarheit.

Kennst du dieses Gefühl nach einer langen Krankheit, wenn du das erste Mal wieder die Kontrolle über deinen Körper hast? Wenn du vor lauter Energie Bäume ausreißen könntest?

So fühlte sich die Zugfahrt am nächsten Tag an. Nach einem tiefen Schlaf - ich war gefühlt für ein paar Stunden tot- wachte ich auf und wusste: Es ist geschafft.


Eine unbändige Klarheit überkam mich und ich traf eine Entscheidung: Ich vertraue mir zu 100%. Ich hole mir meine Macht zurück. Raus aus dem passiven Opfer-Mindset in meine volle Schöpferkraft. Ein radikaler Umbau meines Inneren. Aus der REaktion in die Aktion. Weglaufen gilt also nicht. Und bevor ich es mir anders überlegen konnte, folgte auch direkt die Info "Ich mache alle Vorträge - auf jeder Veranstaltung."


Heute weiß ich, dass dieser Crack – dieser Riss in meiner Schale – mich tiefer zu mir selbst geführt hat. Ich hatte das Außen einmal mehr zu meinem „Ich“ gemacht. Ich war so sehr im Außen, dass ich die Verbindung zu mir selbst verloren hatte und mich nicht mehr spüren konnte.



Meine Erkenntnis: Vom Tun ins Sein.

Ich kann mich blind auf mich verlassen, wenn ich bei mir bleibe. Leiseste Energien im Außen wahrzunehmen ist meine Natur und eines meiner wichtigsten Tools. Den wichtigsten Part - die Abgrenzung - hatte ich im Trubel schlicht vergessen.


Das ist keine bahnbrechende neue Erkenntnis. In der Theorie ist uns so vieles klar. Und vielleicht fragst du dich jetzt, wie das jemandem passieren kann, der es doch anderen zeigt.

Ich kann dir sagen: Wir alle haben einen Alltag und ein Leben, das manchmal laut ist. Und wir alle haben die Theorie in der Tasche zu

ganz vielen Themen.

Die Magie passiert in den Momenten, wenn eine Erkenntnis ganz tief in dein System einrastet.

Und ich bin so dankbar um dieses Learning. Ich habe es nicht nur gehört, sondern es erfahren. Und trage es fortan fest abgespeichert in mir.


Rückblickend...

Ich hätte es auch einfacher haben können. Immer.

Hätte ich nicht vor lauter Druck versäumt, immer wieder in mir „einzuchecken“, wäre meine innere Stimme unüberhörbar gewesen: Stopp! Die Freude an deinem Wirken wird gerade zu Stress. Hier stimmt was nicht.


Dann hätte ich früher verstanden: Ich muss wieder vom Tun ins Sein kommen und die Frage gestellt: "Was braucht es, damit die Leichtigkeit wieder zurückkommen kann?"

Diese Erkenntnis ist die Überschrift über alles, was ich nun unter #RememberCologne abgespeichert habe.


Und wieder einmal schaue ich zurück und erkenne ein Spielfeld.



Medizin für deinen Alltag

Damit du nicht erst einen #CologneMoment brauchst, um in Verbindung mit dir selbst zu kommen, möchte ich dich zu einer kleinen Übung einladen, die du ganz einfach auch in einen bewegten Tag einbauen kannst:


Alltags-Anker

Frage dich einmal, was du jeden Tag immer wieder tust. Vielleicht holst du dir im Büro ein paarmal einen Kaffee oder du hast dir bereits angewöhnt, nach einer erledigten Sache einen kurzen Moment Pause zu nehmen.


Bei jedem Glas Wasser, jedesmal, wenn du zur Toilette gehst: Stelle dich aufrecht hin, beide Beine fest auf dem Boden. Atme durch die Nase tief in den Bauch ein - frische Energie, Auftanken.

Atme durch den Mund und vollständig aus - lass' Druck los.

Für drei Minuten gibt es nichts zu tun.

Und in der kurzen Pause zwischen Aus- und wieder Einatmen entsteht dieser kleine Raum für die Verbindung mit dir selbst. Wie geht es mir? Was brauche ich jetzt gerade? Was fehlt?


Bleib' dran. Mit der Zeit wirst du feststellen, dass das feine, leise Stimmchen lauter wird, klarer. Bestimmter.


Ich glaube, die Tücke liegt nicht darin, dass wir nicht für uns da sein wollen. Doch wenn das Außen zu laut wird, überhören wir unsere innere Stimme. Und, wie alles, wird das mit der Zeit zum "Normal". Der Switch passiert schon beim Wahrnehmen.


Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum,, sich immer wieder daran zu erinnern, dass wir die Wahl haben und unsere Power in unseren Entscheidungen liegt. Rauschen des Außen oder Klarheit im Inneren. Das kleine, feine Stimmchen in dir wartet nur darauf, dass du den Raum öffnest.


Ich bin gespannt, welche Schätze du unter deinen Stolpersteinen findest, wenn du dir diese drei Minuten schenkst.


Schreib' mir gern in die Kommentare, was sich für dich verändert, wenn du den Fokus kurz vom Tun auf das Sein lenkst.


Schön, dass du mit mir spielst.


Deine Nennie ☀️





 
 
 

5 Kommentare

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S
05. Mai
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ich finde, du wirkst immer sehr souverän, liebe Jenny :-)

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OG
10. Apr.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ich freue mich auf weitere Beiträge! ❣️

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Sternschnuppe0905
07. Apr.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Wir haben alle ein Köln 😁

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Elena
21. März
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Was für ein Impuls!

Starker Ansatz, der zeigt, wir sind nie fertig!

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Mel1987
21. März
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Danke für deine Offenheit und dein Sein, du wundervolle Seele!

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