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Das Leben ist zu kurz um geschlossen zu fahren.

  • 13. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Ich werde gern mit Leichtigkeit in Verbindung gebracht. Das freut mich ;-), dennoch ist dieser Blog dazu da, mich zu zeigen - in allen Facetten - um vielleicht DICH zu inspirieren und dir zu sagen: Auch ICH bin oft im Hamsterrad, verstrickt und schwermütig, was auch immer. (Lies dazu gern meinen Willkommens-Beitrag).


Wie unendlich heilsam ist es da, wenn man Menschen zu den seinen zählen darf, die einen am Ärmel ziehen und daran erinnern, wer man eigentlich ist, wenn man sich selbst im Alltagsrauschen verloren hat.


Und auch ich habe natürlich diese Menschen, die mich inspirieren, mich fordern und wachsen lassen oder mir weiche Decke sind, wenn es mal kalt wird.


Das Motto desjenigen Menschen, der für mich die absolute Leichtigkeit verkörpert und mich notfalls unter Anwendung von Gewalt ;-)  immer wieder daran erinnert ist


Das Leben ist zu kurz, um geschlossen zu fahren.“

Es ist eine Erinnerung daran, dass wir das Leben genießen und auch leicht nehmen dürfen. Vor allem: nicht erst dann, wenn die Rahmenbedingungen “passen”. 


Denn das tun wir viel zu oft: Wir warten darauf, dass der Moment sich uns perfekt anpasst statt uns dem Moment anzupassen, um ihn überhaupt erleben zu können. Wenn es draußen eben noch keine 25 Grad im Schatten hat, ist es die Entscheidung, sich eine Jacke anzuziehen. Es ist eine Entscheidung weg vom Grübeln, was alles schief laufen könnte, was NICHT passt hin zum “Trotzdem”. 


Mal ehrlich: Wie oft schleicht sie sich ein, diese leise Stimme im Hinterkopf, die uns Worst-Case-Szenarien erzählt und eine Idee, die uns im ersten Moment ein Bauchkribbeln verursacht zu einem unvernünftigen Impuls abstempelt. „Ach, für die kurze Strecke lohnt sich das doch gar nicht.“ Oder „Hinterher sind die Haare total zerzaust, und eigentlich ist es ja auch noch viel zu frisch!“.

Also bleibt das Dach zu. Sicher. Geschützt. Und unendlich unbeseelt.


Das ist doch die perfekte Metapher dafür, wie wir unseren gesamten Alltag organisieren. Wir fahren so oft mit geschlossenem Verdeck durchs Leben – aus Angst vor einem potenziellen Luftzug oder weil die Bedingungen eben „noch nicht optimal“ sind.


Du glaubst, das trifft nicht auf dich zu? Hast du ein “Sonntagsgeschirr”? Oder Klamotten im Schrank, die du - womöglich über Jahre - für einen “besonderen” Anlass aufhebst?

Vielleicht kannst du dich noch an den Werbeslogan “Dress for the moment” erinnern. Style dich für den kleinen Moment. Hol’ den Fummel aus dem Schrank und lebe den Moment. Dieser Satz ist mein persönliches “Das Leben ist zu kurz um geschlossen zu fahren.”


Warum wir die Leichtigkeit aussperren


Warum tun wir das eigentlich? Warum fällt es uns oft so unendlich schwer, einfach zuzulassen, und suchen nach Ausreden, um die Lebendigkeit auf Morgen zu verschieben?


Die Psychologie kennt dafür ein paar sehr clevere Mechanismen unseres Gehirns:

  • Der Status-Quo-Bias oder "Die Komfortfalle": Unser Gehirn liebt das Vorhersagbare, die Sicherheit. Mit einem geschlossenen Verdeck zieht es nicht, alles bleibt an seinem Platz. Lieber bleiben wir kontrolliert unzufrieden, als unkontrolliert glücklich zu sein.

  • Die Angst vor dem Kontrollverlust: Leichtigkeit und Lebendigkeit sind wild. Sie bedeuten, sich dem Moment hinzugeben. Wer offen fährt, geht ein Risiko ein.

  • Die Illusion von unendlich viel Zeit: Wir leben oft im permanenten „Wenn-Dann-Modus“. Wenn das Projekt vorbei ist, wenn die To-Do-Liste leerer ist, wenn das Wetter stabiler ist … dann... . Wir tun so, als stünde das Leben still, während wir auf den makellosen Sommertag warten.


Oh, verpasst.


Das Tückische ist: Diese Ausreden fühlen sichtotal logisch und vernünftig an. Es ist ja „nur für heute“.


Und dann vergehen die Tage.


Wir drehen uns um, schauen zurück und stellen mit einem Mal fest: Oh, verpasst. Der Sommer ist vorbei, die Jahre sind verflogen, und wir haben die meiste Zeit damit verbracht, uns vor eventuellem Regen oder einer frischen Brise zu schützen. Wir haben vergessen, dass das Leben eine Leihgabe auf Zeit ist. Es wartet nicht, bis die Umstände zu einhundert Prozent perfekt sind.


Momento Mori


Dieser wunderschöne, uralte Ausdruck wird aus dem Lateinischen mit  „Gedenke des Todes“ übersetzt. Man könnte auch sagen: „Denk daran, dass du sterblich bist“.


Im ersten Moment klingt das vielleicht düster. Aber für mich ist es eines der Geheimnisse der Lebenskünstler, das ich mir gern zu eigen mache. Das Wissen um meine Endlichkeit ist nicht mein Schatten. Es ist mein Kompass. Wenn wir uns bewusst machen, dass unsere Zeit begrenzt ist, verliert alles „Kleine“, das uns gern einmal stresst (die Meinung anderer, die Angst vor einer unordentlichen Frisur, die Angst, nicht perfekt zu wirken), sofort an Bedeutung.


Menschen, die Sterbende begleiten, berichten davon, dass nur wenige von ihnen bereuen, was sie getan haben. Aber oft bereuen sie Dinge, die sie NICHT getan haben. 


Feiere den Augenblick


Warum eigentlich immer nur auf die großen Meilensteine warten? Warum nicht einen vermeintlich unbedeutenden Moment feiern?

Die fünf Minuten im Auto, in denen die Sonne das Gesicht wärmt. Die kurze Kaffeepause auf der Terrasse, obwohl man noch die warme Jacke dazu braucht. Genau in diesen kleinen, scheinbar unbedeutenden Augenblicken liegt die pure Lebendigkeit (die wir doch alle so unbedingt wollen, oder?) Wenn wir sie nicht greifen, zieht das Leben unbemerkt an uns vorbei.


Leichtigkeit bedeutet nicht, dass im Leben immer nur die Sonne scheint. Leichtigkeit bedeutet, die Entscheidung zu treffen, trotz der Wolken am Himmel offen zu fahren. Zu akzeptieren, dass der Wind uns zerzausen darf, weil das der Beweis dafür ist, dass wir uns bewegen. Dass wir mittendrin sind. Dass wir fühlen.

Wenn das Herz wieder weit werden soll, müssen wir den Mut haben, die schützende Hülle mal beiseite zu schieben.


Mein Impuls für dich


  • Wo wartest du gerade noch auf besseres Wetter?

  • Welche Ausrede nutzt du am liebsten, um dir die Lebendigkeit heute noch zu versagen?

  • Welchen kleinen, unbedeutenden Moment darfst du heute feiern – einfach, weil du es kannst?


Das Leben ist schlichtweg zu kurz für geschlossene Verdecke, perfekt sitzende Frisuren und das Warten auf ein Später. 

Was, wenn alles gut geht?

Deine Nennie ☀️


 
 
 

1 Kommentar

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Claudi☀️
13. Juni
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Eine wertvolle Erinnerung und schöne Metaphern die den Alltag bereichern. Danke liebe Jenny ❤️

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